Der Tag mit einer Diabetes-Katze besteht aus ein paar festen Punkten und einem ganz normalen Rest. Die festen Punkte gibt deine Tierarztpraxis vor: was gegeben wird, wann und wie oft, und ob zu Hause gemessen wird. Alles andere ist Organisation — wo das Blatt hängt, wer einträgt, was passiert, wenn jemand zur Arbeit muss, und was am Abend noch dazukommt. Um diesen Teil geht es hier.
Die ersten Wochen fühlen sich nach viel an. Danach ist es eine Reihe von Handgriffen, die immer gleich abläuft — plus eine Frage, die trotzdem jeden Abend auftaucht: ist das schon erledigt? Wie der Haushalt diese Frage beantwortet, ohne dass sich jemand erinnern muss, ist das eigentliche Thema dieser Seite.
Die festen Zeiten gehören in den Kalender, nicht in den Kopf
Trag die Zeiten, die deine Praxis aufgeschrieben hat, dort ein, wo dein Haushalt ohnehin hinschaut: als wiederkehrenden Termin im Telefonkalender, mit Erinnerung — auf den Telefonen aller, die versorgen, nicht nur auf deinem. Der Kalender erinnert dich. Er merkt sich aber nicht, ob danach tatsächlich jemand am Napf stand; das tut nur die Zeile, die jemand einträgt.
Das Blatt gehört an einen Platz, an dem alle vorbeikommen — an den Kühlschrank, nicht in die Schublade —, und der Stift gehört daneben. Wenn du noch keins führst: Unsere Vorlage für das Diabetes-Tagebuch der Katze ist ein leeres Wochenblatt zum Ausdrucken; möchte deine Praxis Messwerte eingetragen haben, ist dort auch eine Spalte dafür. Für eine Blutzuckerkurve mit vielen Werten an einem Tag reicht ein Wochenblatt nicht — wie deine Praxis die Werte haben möchte, sagt sie dir.
Auf dasselbe Blatt gehören zwei Telefonnummern: die deiner Tierarztpraxis und die des tierärztlichen Notdienstes. Wo du den Notdienst nachts erreichst, klärst du besser an einem ruhigen Nachmittag als um zehn vor elf — und legst die Nummern dorthin, wo auch der sie findet, der abends allein zu Hause steht.
Wenn die feste Zeit und der Arbeitstag sich in die Quere kommen
Feste Zeiten und Schichtpläne passen nicht von selbst zusammen, und das ist der Punkt, an dem der Alltag zuerst hakt. Ob und wie sich eine vorgegebene Zeit verschieben lässt, ist trotzdem keine Frage der Organisation: Das entscheidet deine Tierarztpraxis, die deine Katze kennt und den Plan aufgeschrieben hat. Stell die Frage einmal in Ruhe — am besten beim nächsten Termin und für deine ganze Woche, statt sie dir abends selbst zu beantworten.
Was du dagegen selbst regeln kannst, ist alles drumherum: wer an welchen Tagen zu Hause ist, wer einspringt, wenn eine Schicht sich verschiebt, und woran der zweite Mensch sieht, was heute schon gelaufen ist. Wenn es an einem Tag niemanden gibt, der zur vorgegebenen Zeit da sein kann, ist das ebenfalls eine Frage an die Praxis — und sie ist am Vormittag leichter zu stellen als am Abend.
Wenn mehrere Menschen versorgen
Sobald zwei Menschen dieselbe Katze versorgen, ist «wer» die wichtigere Hälfte der Frage. Drei Gewohnheiten erledigen den Rest:
- Jeder trägt seinen Namen ein, in dieselbe Spalte, auch wenn es lästig ist. Ein Häkchen ohne Namen beantwortet abends nur die halbe Frage.
- Eingetragen wird sofort, solange du noch am Napf stehst — nicht später aus dem Gedächtnis. Ein rückwirkend ausgefülltes Blatt ist eine Erinnerung und keine Aufzeichnung.
- Die Familiengruppe im Messenger ist kein Protokoll. Die Nachricht von heute Abend liegt morgen zwischen Fotos und Einkaufslisten. Wer sie sucht, findet die Uhrzeit nicht mehr.
Einmal pro Woche kostet es zwei Minuten, die Tage durchzugehen: Wer ist wann da, wo entsteht eine Lücke, wer springt ein. Das ist die gleiche Absprache, die Familien auch für Schulwege und Einkäufe treffen — sie steht hier nur zusätzlich auf dem Blatt, damit sie am Donnerstag noch gilt.
Und wenn du dir nicht sicher bist, ob heute Abend schon gespritzt wurde, ist das keine Frage fürs Blatt: Raten ist hier die schlechteste Möglichkeit. Was dann zu tun ist, entscheidet deine Tierarztpraxis — bei Zweifeln auch spät, über den tierärztlichen Notdienst. Deshalb stehen die beiden Nummern oben auf dem Blatt.
Der Vorrat: nachbestellen, bevor es knapp wird
Zum Alltag gehört ein zweiter, langsamerer Takt: Was zu Hause gebraucht wird, geht irgendwann zur Neige — die angebrochene Packung, die Spritzen, das Futter, und das Zubehör zum Messen, wenn deine Praxis Messungen zu Hause angeordnet hat.
- Setz den Nachschub auf die Liste, sobald die letzte Packung angebrochen wird — nicht, wenn sie leer ist. Rezept, Praxis und Apotheke brauchen Vorlauf, und der Vorlauf wird länger, wenn ein Wochenende, ein Feiertag oder ein Urlaub dazwischenliegt.
- Spritzen bestellst du immer genau so nach, wie deine Praxis sie verordnet hat — verschiedene Spritzen sind nicht gegeneinander austauschbar. Passt die Packung aus der Apotheke nicht genau zur Verordnung, frag in der Praxis nach, bevor du sie benutzt.
- Notier, seit wann eine Packung in Gebrauch ist, direkt auf der Packung oder oben auf dem Blatt. Wie lange eine angebrochene Packung verwendet werden darf, steht in der Packungsbeilage — im Zweifel sagt es dir deine Praxis; danach gehört sie ersetzt, auch wenn noch etwas drin ist. Beim Kontrolltermin ist das Datum eine der Angaben, nach denen gefragt wird.
- Wie etwas aufbewahrt wird, steht in der Packungsbeilage — und im Zweifel sagt es dir deine Praxis. Was wir dazu schreiben würden, wäre eine Abschrift.
Wenn der Tag aus dem Plan läuft
Er läuft irgendwann aus dem Plan: Besuch, ein verspäteter Zug, ein Tierarzttermin für das zweite Tier, eine Katze, die sich heute nicht anfassen lässt. Dafür braucht es keine zweite Routine, sondern eine Zeile mehr — geschrieben in dem Moment, in dem es passiert. Was eine ausgefallene, abgebrochene oder danebengegangene Gabe für heute bedeutet, entscheidet aber nicht das Blatt: Das sagt dir deine Tierarztpraxis, bei Zweifeln auch spät über den tierärztlichen Notdienst.
Schreib auf, was tatsächlich passiert ist und wann, in deinen eigenen Worten und nicht geglättet: später, gar nicht, nur teilweise, danebengegangen. Hat die Katze nicht gefressen, ist das keine Zeile wie jede andere: Ob und wie es dann weitergeht, sagt dir deine Tierarztpraxis — außerhalb der Sprechzeiten der tierärztliche Notdienst. Und kennzeichne die Lücke als das, was sie ist — «nicht eingetragen» (gegeben, aber nicht notiert), «nicht gegeben» (ausgefallen) oder «weiß ich nicht mehr». Ein Wort für alle drei Fälle macht die Lücke unlesbar, und genau dieser Unterschied ist die Information, die deine Praxis braucht.
Was daraus folgt, entscheidet nicht das Blatt und nicht diese Seite: Wenn dir etwas Sorgen macht oder sich etwas verändert hat — Fressen, Trinken, Verhalten —, ruf in deiner Tierarztpraxis an und frag, ob es Zeit hat. Außerhalb der Sprechzeiten ist der tierärztliche Notdienst dafür da, und zwar auch dann, wenn du dir unsicher vorkommst.
Zwei Minuten am Abend
- Blatt anschauen: Ist die heutige Zeile vollständig — Uhrzeit, Name, was aufgefallen ist?
- Was heute anders war, in einem Satz danebenschreiben. «Seit Samstag frisst sie langsamer» ist brauchbar, «irgendwie anders» ist es nicht. Und wenn sich Fressen, Trinken oder Verhalten verändert haben, gehört das nicht nur aufs Blatt: Dann ruf in der Praxis an und frag, ob es Zeit hat.
- Auf morgen schauen: Wer ist wann da, fehlt etwas, muss jemand Bescheid wissen?
- Blatt zurück an den Kühlschrank, Stift daneben.
Vor dem Kontrolltermin kommt einmalig ein längerer Durchgang dazu — was dann alles mitkommt, steht in der Checkliste für den Kontrolltermin.
Was der Tag nicht behält
Das Blatt am Kühlschrank beantwortet die Abendfrage nur für den, der davorsteht. Der zweite Mensch sitzt um sieben noch im Zug und ruft an, statt nachzusehen; wer bei euch aushilft, hat das Blatt gar nicht vor sich. Und am Monatsende steht in der Küche ein Stapel, der zwar alles enthält, aber nicht sagt, wie die letzten Wochen gelaufen sind.
Genau dafür ist Nuvami gebaut: Die Zeile steht schon da, die Uhrzeit trägt sich selbst ein, und daneben steht, wer eingetragen hat. Für den Termin machst du daraus einen Bericht als PDF — was gegeben wurde, dazu Messwerte und Notizen des letzten Monats, zum Ausdrucken, wenn deine Praxis Papier möchte. Der Bericht ist kostenlos, auch wenn du allein versorgst und Nuvami+ nie kaufst; die Gratis-Version zeigt Werbung. Dass alle Helfenden denselben Haken auf dem eigenen Telefon sehen — die Geteilte Familie —, dazu Verläufe über längere Zeiträume und die werbefreie Nutzung, gehört zum Abo. Das Blatt am Kühlschrank bleibt daneben gültig; viele führen beides eine Weile parallel, und das ist kein Widerspruch.
Häufige Fragen
Muss ich wirklich jeden Tag etwas aufschreiben?
Eine Zeile pro Gabe, geschrieben, während du ohnehin am Napf stehst — mehr ist es nicht. Der Aufwand entsteht nicht beim Eintragen, sondern beim Nachträglichen: Wer den Abend rekonstruieren muss, braucht länger und weiß es am Ende trotzdem nicht sicher. Und beim Kontrolltermin ist eine kurze, lückenlose Reihe mehr wert als eine lange mit stillen Löchern.
Die feste Zeit passt nicht zu meinem Arbeitstag. Was mache ich?
Das ist die eine Frage auf dieser Seite, die wir nicht beantworten: Ob und wie sich eine Zeit verschieben lässt, entscheidet deine Tierarztpraxis. Nimm sie mit zum nächsten Termin, und zwar für deine ganze Woche — mit Schichten, Pendelzeiten und den Tagen, an denen niemand sonst da ist. Was du vorbereiten kannst, ist der Rest: Vertretung, Blatt an einem Platz, den auch sie findet, Nummern dabei. Und wenn die Frage schon vorher da ist — eine Schicht, die sich verschiebt, ein Tag ohne Vertretung —, ruf in der Praxis an, statt es selbst zu entscheiden; am Vormittag ist das leichter als am Abend.
Wir versorgen zu zweit — woran sehen wir, dass etwas schon erledigt ist?
An der Zeile mit Uhrzeit und Namen, und nur daran. Ein Häkchen ohne Uhrzeit sagt nicht, ob es von heute Morgen ist; eine Nachricht im Messenger ist am nächsten Tag nicht mehr auffindbar. Wenn die Zeile fehlt und ihr euch nicht sicher seid, ist das kein Fall fürs Raten: Ruf in der Praxis an, außerhalb der Sprechzeiten beim tierärztlichen Notdienst.
Was schreibe ich auf, wenn etwas nicht wie geplant gelaufen ist?
Das, was passiert ist, mit Uhrzeit und in deinen Worten — später, ausgefallen, nur teilweise, danebengegangen. Nichts davon nachträglich glätten: Eine gekennzeichnete Lücke ist kein Makel, sie sagt der Praxis, welchen Zeilen sie trauen kann. Wichtig ist nur, «nicht eingetragen» (gegeben, aber nicht notiert) und «nicht gegeben» (ausgefallen) auseinanderzuhalten — dafür ist auf der Vorlage Platz. Was daraus folgt, entscheidet die Praxis: Ruf dort an — außerhalb der Sprechzeiten beim tierärztlichen Notdienst — statt es selbst zu entscheiden.
Gilt das auch für einen Hund oder für ein Tier mit einer anderen Erkrankung?
Ja. Feste Zeiten, ein Blatt an einem festen Platz, Namen in der Spalte und ein Vorrat, der rechtzeitig nachbestellt wird — das hängt weder an der Tierart noch daran, worum es geht. Wenn du mehrere Tiere versorgst, führ pro Tier ein eigenes Blatt: sonst ist am Ende nicht mehr sicher, welche Zeile zu wem gehört.